Political Futures in Climate Scenarios (PoliClim)
Politische Institutionen sind ein entscheidender Faktor für den Erfolg globaler Nachhaltigkeitspolitik, werden jedoch in aktuellen Klima- und Nachhaltigkeitsszenarien nur begrenzt quantitativ berücksichtigt. PoliClim schließt diese Lücke, indem es politikwissenschaftliche Modelle weiterentwickelt und mit REMIND, dem einflussreichen integrierten klimaökonomischen Modell des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), verknüpft.
Projektleitung:
Julia Leininger
Projektteam:
Christopher Wingens
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Zeitrahmen:
2026 - 2028
/
Laufend
Kooperationspartner:
Projektbeschreibung
Um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen, sind realitätsnahe Langzeitszenarien notwendig. Bisherige quantitative Szenarien, die mit sogenannten Integrated Assessment Models (IAMs) berechnet werden, konzentrieren sich stark auf technologisch-ökonomische Faktoren. Politische Faktoren, wie die Qualität staatlicher Institutionen, spielen nur eine untergeordnete Rolle. Dabei werden institutionelle Herausforderungen unlängst als eine der größten Herausforderungen für die Umsetzbarkeit von Klimas- und Nachhaltigkeitsszenarien eingestuft, wie beispielsweise im jüngsten Bericht des Weltklimarates (IPCC) hervorgehoben.
Hier setzt das PoliClim Projekt an. Im gemeinsamen Projekt des IDOS und PIK werden politikwissenschaftliche Konzepte und Daten systematisch mit der Klimamodellierung verknüpft. Das Projekt untersucht, wie politische Institutionen – etwa durch Rechtsstaatlichkeit und staatliche Kapazität – die Transformation zur Nachhaltigkeit als „Enabler“ oder „Barriers“ beeinflussen. Damit leistet PoliClim einen entscheidenden Beitrag zur wissenschaftlichen Fundierung und Realitätsnähe von Zukunftsszenarien. Dies soll zu verlässlicheren Entscheidungsgrundlagen für die internationale Klimapolitik beitragen, wie sie etwa in den Berichten des IPCC gefordert werden.
Das Projekt verfolgt drei zentrale Ziele:
- Weiterentwicklung von Szenario-Narrativen: Bestehende Klimaszenarien (Shared Socioeconomic Pathways, SSPs) werden auf Basis politikwissenschaftlicher Konzepte der Rechtsstaatlichkeit, staatlichen Kapazität und Accountability (Rechenschaftspflicht) verfeinert.
- Entwicklung eines dynamischen Institutionen-Modells zur Projektion zukünftiger Entwicklungspfade politischer Institutionen weltweit bis zum Jahr 2100.
- Modellintegration: Definition von Schnittstellen, um diese politischen Projektionen mit dem IAM-Modell REMIND des PIK zu verknüpfen und ihren Einfluss auf Transformationsdynamiken (z.B. Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien) zu untersuchen.
Publikationen
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Three foci at the science-policy interface for systemic Sustainable Development Goal acceleration
Pradhan, Prajal / Nina Weitz / Vassilis Daioglou / [...] / Julia Leininger / [...] / Christopher Wingens et al. (2024)
in: Nature Communications 15, article 8600 -
Defining a sustainable development target space for 2030 and 2050
van Vuuren, Detlef P. / Caroline Zimm / Sebastian Busch et al. (2022)
in: One Earth 5 (2), 142-156 -
A sustainable development pathway for climate action within the UN 2030 Agenda
Soergel, Bjoern et al. (2021)
in: Nature Climate Change 11 (8), 656–664 -
Innovations for sustainability: pathways to an efficient and sufficient post-pandemic future
Nakicenovic, Nebojsa et al. (2020)
3rd report prepared by The World in 2050 Initiative (TWI2050), Laxenburg: International Institute for Applied Systems Analysis