Mit dem näher rückenden Zieljahr 2030 für die SDGs und dem Umstand, dass die Fortschritte in den meisten Bereichen deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben, gewinnen Diskussionen über ein mögliches Folge- oder Weiterentwicklungsframework über 2030 hinaus zunehmend an Dynamik. Es ist zu erwarten, dass sich diese Debatten im Vorfeld des SDG-Summits 2027 sowie in damit verbundenen UN-Prozessen weiter intensivieren. Es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass globale, miteinander verknüpfte Herausforderungen – etwa Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Ungleichheit, Konflikte und systemische Risiken – kollektive Antworten erfordern. Weniger klar ist jedoch, ob, wie und unter welchen Bedingungen Regierungen und internationale Organisationen bereit wären, eine fortgeführte, neue oder überarbeitete globale Nachhaltigkeitsagenda zu unterstützen.
Die Verhandlungen, die 2015 zur Verabschiedung der SDGs führten, waren geprägt von einem außergewöhnlich inklusiven und partizipativen Prozess, einer starken Beteiligung des Globalen Südens sowie dem Umgang mit vielfältigen Krisen. Der heutige Kontext ist hingegen durch geopolitische Fragmentierung, zunehmenden Autoritarismus, sinkendes Vertrauen in multilaterale Institutionen und konkurrierende Entwicklungsnarrative gekennzeichnet. Zudem verändern neue und umstrittene Themen – etwa Künstliche Intelligenz, internationale Spillover-Effekte oder Weltraumverschmutzung – die Präferenzen und Verhandlungspositionen von Staaten sowie deren Offenheit für partizipative Verhandlungsformate. Gleichzeitig wird intensiv darüber diskutiert, welcher Ansatz für ein Beyond-2030-Framework sowohl ambitioniert als auch breit getragen sein kann: eine einfache Verlängerung der SDGs oder eine inhaltliche und/oder institutionelle Überarbeitung ihrer Ziele und Umsetzungsmechanismen.
Vor diesem Hintergrund besteht ein klarer Bedarf an einem strukturierten Austausch, um aktuelle Positionen zu erfassen, Konvergenzen und Divergenzen zu identifizieren und die politische Umsetzbarkeit verschiedener Beyond-2030-Pfade zu klären.
Expert*innen
Publikationen
What do the 2015 SDG negotiations teach us for a beyond-2030 framework?
von Haaren, Paula / Axel Berger (2026)
Discussion Paper (1/2026)
Competing visions, shifting power: key challenges for global development in 2026
Klingebiel, Stephan / Andy Sumner (2025)
Policy Brief (36/2025)
The EU and the Sustainable Development Goals: three options for a post-2030 framework
Sumner, Andy / Stephan Klingebiel (2024)
in: Christine Hackenesch / Niels Keijzer / Svea Koch (eds.), The European Union’s global role in a changing world: challenges and opportunities for the new leadership, Bonn: German Institute of Development and Sustainability (IDOS), 76-78
The EU’s support for the global Sustainable Development Agenda: how to accelerate progress until 2030
von Haaren, Paula / Ariel Macaspac Hernandez / Axel Berger (2024)
in: Christine Hackenesch / Niels Keijzer / Svea Koch (eds.), The European Union’s global role in a changing world: challenges and opportunities for the new leadership, Bonn: German Institute of Development and Sustainability (IDOS), 66-69
Veranstaltungen
Roundtable
Deutschlands Beitrag zur Zukunft der internationalen Nachhaltigkeitsagenda „beyond 2030“
Berlin, 18.02.2026
Diskussionsrunde
Beyond 2030 – ein neues Momentum für die globale Nachhaltigkeits-Agenda
Bonn, 26.02.2026
Webinar
Global Governance for Peace and the SDGs
Online, 01.04.2026
Closed door session at HSC 2026
Beyond 2030: Forging Alliances for the Future of Global Sustainability