Externe Publikationen

Schuldenkrise in Afrika: Wie weiter?

Berensmann, Kathrin
Externe Publikationen (2025)

in: Jahrbuch der Deutschen Afrika Stiftung 2024 | 2025 (Hrsg.), Afrika im Wandel Themen, Fakten, Entwicklungen, Berlin: Deutschen Afrika Stiftung , 60-61

Volltext/Full text

Es besteht die Gefahr einer systemischen Verschuldungskrise in Sub-Sahara Afrika, wo momentan 21 Länder hoch verschuldet sind. Besonders problematisch sind die hohen Zahlungen für den Schuldendienst auf ausländische Schulden. Angesichts der hohen Verschuldung in einigen Ländern ist eine zeitnahe Umstrukturierung der Schulden unerlässlich. Zudem erschweren die geopolitischen Spannungen die Vereinbarung neuer, umfassender Instrumente zur Umstrukturierung von Schulden. Das G20 Common Framework for Debt Treatments wurde Ende 2020 eingeführt. Um eine zügige und zeitnahe Schuldenumstrukturierung zu gewährleisten, sind folgende Reformen des G20 Common Frameworks erforderlich: Erstens sollte zu Beginn des Umschuldungsprozesses eine Roadmap mit Zeitpunkten für die Schuldenumstrukturierung erstellt und Gläubigerkomitees gebildet werden. Zweitens sollte die Transparenz über die Schuldenvereinbarungen erhöht werden. Ein weiterer Vorschlag der UN ist die Einführung eines Internationalen Schuldenregisters. Im Abschlussdokument der vierten UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung werden nicht nur einige der oben genannten Vorschläge benannt, sondern es werden auch eine Reihe innovativer Reformen aufgeführt. Zur Umsetzung der in diesem Dokument festgelegten Verpflichtungen wurde die sogenannte „Aktionsplattform von Sevilla” ins Leben gerufen. Beispiele hierfür sind: (i) Die Plattform für Kreditnehmer; (ii) Ein bei der Weltbank angesiedeltes globales Zentrum für Debt Swaps für Entwicklung und (iii) Die „Allianz für Schuldenpausenklauseln“. Einerseits sollten afrikanische Staaten durch Reformen ihrer Steuersysteme und den Ausbau ihrer lokalen Finanzmärkte dazu in Lage versetzt werden, mehr eigene Ressourcen zu generieren. Andererseits sind die hochverschuldeten ärmsten Länder Afrikas auf eine Schuldenerleichterung sowie die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft angewiesen. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass die in der letzten Dekade erzielten Entwicklungsfortschritte zunichte gehen.

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