Externe Publikationen

Vorreiter stärken, nicht abstrafen: Eine wettbewerbsfähige Automobilindustrie braucht verlässliche Politik

Rogge, Karoline / Hauke Luetkehaus / Shreekanth Mahendiran / Qi Song / Pablo Ayala Villalobos / Nicholas Goedeking / Joern Hoppmann
Externe Publikationen (2026)

EMPOCI Policy Briefing 2 (Mai 2026), Brighton: University of Sussex/EMPOCI: Accelerating sustainable energy-mobility transitions

DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20029672
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Die Europäische Union hat 2023 beschlossen, den Verkauf von neuen Benzin- und Dieselfahrzeugen bis 2035 schrittweise einzustellen. Inzwischen wird jedoch über eine Lockerung dieses Verbrennerausstiegs diskutiert. Neueste Umfrageergebnisse unter Führungskräften der deutschen Automobilindustrie zeigen, dass eine Aufweichung des Verbrennerausstiegs hochinnovative Unternehmen benachteiligen würde. Dies betrifft sowohl Mittelständler als auch große Unternehmen, die bereits erheblich in die Umstellung auf die Elektromobilität investiert haben. Die Abschwächung des Verbrennerausstiegs würde also genau die Unternehmen abstrafen, die im globalen Innovationswettlauf um die Zukunftstechnologien am besten positioniert sind.  Die Vorreiter der Transformation in der deutschen Automobilindustrie befürworten die Beibehaltung des Verbrenner-Aus bis 2035 und sind gegen eine Lockerung der CO₂-Flottengrenzwerte für Neuwagen. Zudem halten sie die Einführung wirksamer Maßnahmen zur Stärkung der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen für entscheidend, beispielsweise durch die von der EU vorgeschlagenen Ziele zur Elektrifizierung von Unternehmensflotten. Dieser Policy Brief zeigt auf, dass sich die deutsche Automobilindustrie an einem Scheideweg befindet und enthält Empfehlungen, wie die Politik die zwiegespaltene Branche auf dem Weg in eine wettbewerbsfähige Zukunft unterstützen kann.

Kernaussagen

1. Der EU-weite Verbrennerausstieg wirkt. Die europäischen CO₂-Flottengrenzwerte, die das Verbrenner-Aus ab 2035 vorsehen, sind der zentrale politische Motor der Transformation der deutschen Automobilindustrie.

2. Die Glaubwürdigkeit des Politik-Mixes ist unerlässlich für eine erfolgreiche Transformation. Die wahrgenommene Abnahme des politischen Engagements für die Elektromobilität mindert die Wirksamkeit der Ausstiegspolitik.

3. Die deutsche Automobilindustrie ist zwiegespalten und hat unterschiedliche politische Präferenzen. Vorreiter wollen das Verbrenner-Aus ab 2035 beibehalten, während Nachzügler dessen Abschaffung bevorzugen.

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