Policy Brief

Kompetenzen für die Mitgestaltung einer Welt im Umbruch: Verbleibstudie und Zukunftsorientierung der IDOS Postgraduierten-Ausbildung

Christ, Simone / Sven Grimm / Tülin Engin-Stock / Isabella Schulz
Policy Brief (6/2026)

Bonn: German Institute of Development and Sustainability (IDOS)

DOI: https://doi.org/10.23661/ipb6.2026

Engl. Ausg. u.d.T.:
Competencies to help shape a changing world: tracer study and future focus of the IDOS Postgraduate Programme for Sustainability Cooperation
(IDOS Policy Brief 7/2026)

Das Postgraduate Programme for Sustainability Cooperation (PGP) des German Institute of Development and Sustainability (IDOS, vormals DIE) bildet seit 1965 Nachwuchs für die deutsche und europäische internationale Zusammenarbeit aus. Wie erfolgreich ist das Programm in der Förderung des Berufseinstiegs und der Kompetenzen seiner Absolvent:innen? Und wie sollte sich die deutsche Ausbildung für internationale Kooperation weiterentwickeln? Anlässlich seines 60-jährigen Jubiläums führte das IDOS eine Verbleibstudie durch, um systematisch den Nutzen des Programms für die rund 1000 Absolvent:innen zu analysieren und Anregungen für seine Weiterentwicklung zu erhalten. 
Die Studie belegt eindrucksvoll die Relevanz des Postgraduierten-Programms und die Identifikation mit ihm über die letzten 60 Jahre hinweg. Dem Programm wird ein hoher Nutzen für die berufliche und persönliche Entwicklung attestiert, und es wird nachfolgenden Generationen klar weiterempfohlen. 
Zugleich befindet sich die Welt in einem Epochenumbruch. Grundlegend ändern sich v. a. die Rahmenbedingungen für Kooperationen, die Anforderungen an Personal im Berufsfeld und die Ausbildung von zukünftigen Fach- und Führungskräften. Ausbildungsprogramme wie auch das PGP müssen sich auf diese drastischen Veränderungen einstellen. Letztlich zeigt sich die Qualität eines Ausbildungsprogramms auch daran, wie gut es grundlegende Kompetenzen fördert, die noch unter veränderten Bedingungen nützlich sind und die helfen, diese Veränderungen mitzugestalten.
Die IDOS-Absolvent:innen wurden auch nach ihren Perspektiven auf Veränderungen im Berufsfeld internationale Zusammenarbeit befragt. Damit ermöglicht es die Befragung, Schlussfolgerungen zur Weiterentwicklung der Ausbildung zu ziehen: 
1. Die Aus- und Fortbildung sollte verschiedene Kompetenzen fördern, die eine Kooperation für nachhaltige Entwicklung gestalten können. Damit in einer zunehmend komplexer werdenden Welt Veränderungen partnerorientiert angestoßen und umgesetzt werden, sind sowohl fachliches und systemisches Wissen wie auch persönliche, soziale, Netzwerk- und Kooperationskompetenzen erforderlich. 
2. Institutionen in der Aus- und Weiterbildung sollten Kooperationskompetenzen durch gemeinsames Lernen mit internationalen Partnern stärken. Dies fördert das Verständnis für jeweils andere Perspektiven und unterstützt die Weiterentwicklung von Partnerschaften.
3. Schon in der Ausbildung sollten postkoloniale und machtkritische Perspektiven berücksichtigt und in der konkreten Zusammenarbeit zwischen Organisationen gelebt werden. Diese Aspekte gewinnen auch nach Einschätzung der IDOS-Absolvent:innen in der internationalen Zusammenarbeit an Bedeutung. 

 

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