China strotzt vor Kraft - doch als Modell für die Welt taugt es nicht
Leggewie, Claus / Dirk MessnerExterne Publikationen (2018)
in: Neue Züricher Zeitung 5.2.2018
China ist das herausragende Beispiel dafür, dass kapitalistische Entwicklung nicht zwangsläufig mit Liberalisierung und Demokratisierung einhergehen muss, wie das westliche Denkschulen als selbstverständlich angenommen hatten. Auch die Herausbildung einer wohlhabenden Mittelschicht hat den Herrschaftsanspruch des autoritären Machtapparates der Kommunistischen Partei nicht gebrochen.
In den letzten Jahren, die vom Denken des seit 2012 als Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas und seit 2013 als Staatspräsident der Volksrepublik China amtierenden Xi Jinping gekennzeichnet sind, sind die Zügel angezogen worden. Und in dem Mass, wie China zu einer führenden Wirtschaftsnation aufgestiegen ist und militärisch Stärke demonstriert, ist sein autokratisches Regierungsmuster für manche Regime zum Vorbild geworden. Nach dem Siegeszug der Demokratie in mehreren Wellen seit 1918, 1945 bzw. 1990 ist nun der starke Demonstrationseffekt der (chinesischen) Autokratie zu erwarten. Studien des amerikanischen Pew Research Center unterstreichen, dass parallel die Attraktivität der gewaltenteiligen Demokratie weltweit abnimmt.
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