Konzepte zur Reduzierung der Auswirkungen anthropogener Drücke und Nutzungen auf marine Ökosysteme und die Artenvielfalt (CREATE)

Das am DIE durchgeführte Teilprojekt des Forschungsverbundes DAM-CREATE rückt die globale Meeres-Governance in den Mittelpunkt der Analyse. Wir untersuchen globale und regionale Institutionen in ihrem Zusammenspiel mit Nutzungen mariner Ressourcen und lokalen Governance-Praktiken verschiedener Interessen- und Anspruchsgruppen in den Küstenregionen der Nordsee sowie des Atlantik (Westafrika).

Projektleitung:
Anna-Katharina Hornidge

Helmut Hillebrand (Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Universität Oldenburg)

Projektbeschreibung

Das DIE beteiligt sich an einer Forschungsmission der Deutschen Allianz für Meeresforschung (DAM) „Schutz und nachhaltige Nutzung mariner Räume“ (sustainMare). Der CREATE- Forschungsverbund untersucht kumulative Nutzungseffekte auf die marine Biodiversität an der Nord- und Ostsee. Der Forschungsansatz von CREATE beinhaltet die intensive Zusammenarbeit verschiedener sozialwissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Disziplinen. Die Forschung wird gemeinsam mit lokalen Interessen- und Anspruchsgruppen, wie Nutzern mariner Ressourcen, Behörden, Organisationen, Vereinen, Wirtschaftsverbänden, Unternehmen oder Küstengemeinden in drei Reallaboren an den Küsten von Nord- und Ostsee entworfen. Im Anschluss wird die Forschung in einem kontinuierlichen Dialog mit den Interessen- und Anspruchsgruppen, also transdisziplinär, durchgeführt. Die Mitarbeiter*innen des DIE arbeiten mit den Kolleg*innen des CREATE-Konsortiums vorrangig im Reallabor „Borkum Riffgrund“ zusammen.

 

Die Forschungsfragen, die wir am DIE mithilfe der Analyse von Fachliteratur, Governance-Dokumenten, Expert*inneninterviews und lokalen Fallstudien beantworten werden, lauten:

  • Wie nehmen lokale Interessen- und Anspruchsgruppen zu den multilateralen bzw. globalen Rahmenwerken Bezug und arbeiten mit ihnen?
  • Wie informieren sie sich über globale / regionale Abkommen, Regelwerke und geltendes Recht?
  • Warum und wie navigieren Interessens- und Anspruchsgruppen ihre Interessen und / oder Nutzungen mariner Ressourcen durch den rechtlichen Raum, durch Regulierungslücken und evtl. auftretende Konflikte zwischen z.B. verschiedenen Umweltkonventionen?

 

Auch die Entwicklungsperspektive ist für das DIE von zentraler Bedeutung. Deutsche und europäische Fangflotten sind im Kontext bilateraler Fischereiabkommen mit westafrikanischen Staaten auf dem Atlantik unterwegs. Im Projekt untersuchen wir daher auch mögliche Externalitäten von Nachhaltigkeitspolitiken. Die explorative Forschung über die globale und regionale Meeres-Governance mit Bezug auf Westafrika wird vom DIE in Form eines Eigenbeitrags organisiert. Diese Forschung wird durch parallellaufende Drittmittelprojekte am DIE weiter inhaltlich gerahmt.

Publikationen

Projektkoordination

Miguel Leyva