Nachhaltige Digitalisierung im brasilianischen öffentlichen Sektor

Als Teil des EU geförderten PRODIGEES-Projekts untersucht das Forschungsteam die Zusammenhänge zwischen Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitstransformationen im öffentlichen Sektor in Brasilien. Das Team geht der Frage nach, wie Angestellte des öffentlichen Dienstes Digitalisierung verstehen und welche Verbindungen sie zu einer nachhaltigen Entwicklung ziehen. Ziel der Analyse ist es, einen umfassenden Überblick über das Verständnis von Digitalisierung im öffentlichen Dienst zu gewinnen, welche Rolle ihr zugeschrieben wird und welche Hebelpunkte identifiziert werden, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Projektleitung:
Sven Grimm
Wulf Reiners

Projektteam:

  • Mara Braun (Development Studies)
  • Laura Donath (Global Studies)
  • Sophia Hörbelt (Politikwissenschaft)
  • Sophie Lampert (Business, Language and Culture - Business and Development)
  • Marcel Wich (Internationale Beziehungen)

Zeitrahmen:
2022 - 2023 / Laufend

Kooperationspartner:

Escola Nacional de Administração Pública (ENAP)

Escola Brasileira de Administração Pública e de Empresas (FGV EBAPE) 

Projektbeschreibung

Digitale Technologien und IT-Infrastrukturen erfordern beträchtliche Mengen an Ressourcen. Gleichzeitig bilden sie die Grundlage für die Überwachung und das Verständnis globaler Umweltveränderungen. Smart Data Technologien, werden beispielsweise häufig als potenzielle Lösung für die effiziente Nutzung von Energieressourcen gesehen. Die Transformationen zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind somit eng miteinander verwoben („Twin Transition“). Je nach Ausgestaltung kann Digitalisierung die Erreichung globaler Nachhaltigkeitsziele fördern oder hemmen. Vor diesem Hintergrund spielen öffentliche Rahmenbedingungen eine wesentliche Rolle bei der Sicherstellung einer nachhaltigen digitalen Transformation. 

Um Prozesse zugunsten einer nachhaltigen Digitalisierung zu steuern, ist das Wissen um diese beiden Megatrends, sowie ein Überblick über die Chancen und Risiken ihrer Verbindung für politische Entscheidungsträger und den öffentlichen Sektor im Allgemeinen von großer Bedeutung. In Brasilien werden beide Gruppen in erheblichem Umfang in den nationalen Schulen für öffentliche Verwaltung ausgebildet.  

In seiner Fallstudie geht das Forschungsteam der Frage nach, wie Angestellte im öffentlichen Sektor in Brasilien Digitalisierung wahrnehmen und welche Verbindungen sie zu Nachhaltigkeit herstellen.  

Ziel der Untersuchung ist es, ein umfassendes Bild davon zu gewinnen, wie Digitalisierung im öffentlichen Sektor Brasiliens verstanden wird, welche Rolle ihr zugeschrieben wird und inwiefern sie zum Erreichen von Nachhaltigkeitszielen beiträgt. 

Die Analyse stützt sich auf Strategiepapiere, Lehrpläne, eine Umfrage und Expert*innenbefragungen. Die Daten werden vor allem in Zusammenarbeit mit den nationalen Schulen für öffentliche Verwaltung erhoben, welche Beamt*innen ausbilden und somit indirekt Einfluss auf die Gestaltung und Umsetzung von politischen Rahmenbedingungen nehmen. Auf dieser Grundlage werden länderspezifische Merkmale einer "nachhaltigen Digitalisierung" und deren Priorisierung untersucht. Darüber hinaus sollen Empfehlungen für den Aufbau von "digitalen Partnerschaften" entwickelt werden, die ein gegenseitiges Lernen zwischen dem brasilianischen und dem deutschen öffentlichen Sektor ermöglichen.

Projektkoordination

Bettina Beer