Soziale Kohäsion in Afrika

Das Projekt identifiziert unterschiedliche Formen von sozialer Kohäsion in Afrika und untersucht welche nationale und internationale Faktoren und Politiken einen Beitrag zu stärkerer sozialer Kohäsion bzw. Prävention sozialer Desintegration leisten können. Das Projekt zielt auch darauf ab, verschiedene Akteure der Entwicklungszusammenarbeit zusammenzubringen, um soziale Kohäsion stärker in den Mittelpunkt der politischen Bemühungen zu stellen.

Projektleitung:
Francesco Burchi
Julia Leininger
Armin von Schiller

Projektteam:
Axel Berger
Charlotte Fiedler
Karina Mross
Daniel Nowack
Michael Roll
Tekalign Gutu Sakketa
Ghadafi Saibu
Christoph Strupat
Yabibal Walle
Christopher Wingens

Finanzierung:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Zeitrahmen:
2018 - 2023 / Abgeschlossen

Projektbeschreibung

Die soziale Kohäsion – oder auch der gesellschaftliche Zusammenhalt– innerhalb einer Gesellschaft ist ein Schlüsselfaktor für nachhaltige Entwicklung. Daher sollte die Förderung gesellschaftlicher Zusammenhalt eine Priorität in der Entwicklungszusammenarbeit sein. Dies gilt insbesondere für Afrika, wo Gesellschaften unter besonderem Druck stehen. Demografischer Wandel, Klimawandel wie auch die sozioökonomischen Folgen der Covid 19-Pandemie und des Krieges in der Ukraine, der zu einem starken Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise geführt hat, haben negative Auswirkungen auf Armut und Ungleichheit. Diese werden zudem sehr wahrscheinlich zu einer sozialen Fragmentierung beitragen. Im Vergleich zu anderen Weltregionen ist in Afrika die Ungleichheit zudem generell sehr hoch. Gleichzeitig drohen verschiedene Konflikte Gesellschaften weiter zu spalten. Wenn es in dieser Gemengelage an funktionierenden Institutionen mangelt, können die Interessen der Bevölkerung nicht widergespiegelt werden, und dadurch bereits Konflikte geringer Intensität zum Auseinanderdriften der Gesellschaften beitragen.

 

Insgesamt sind die derzeitigen akademischen Debatten nicht in der Lage, ein ganzheitliches Bild des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Afrika zu zeichnen, das ermöglichen würde, übergreifende Empfehlungen für die Gestaltung und Umsetzung von Entwicklungszusammenarbeit auf dem Kontinent ableiten zu können. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, ein besseres Verständnis der verschiedenen Formen gesellschaftlichen Zusammenhaltssowie ihrer Ursachen zu gewinnen. Das Projekt stellt sowohl Forschungserkenntnisse als auch deren Transfer in praktische Politikberatung bereit. Es zielt dabei auf die Beantwortung von drei zentralen Fragen ab:

  • Welche Formen und Typen von gesellschaftlichem Zusammenhalt lassen sich in Afrika feststellen? Lassen sich diese verschiedenen Typen gesellschaftlichen Zusammenhalts in Ländergruppierungen („Cluster“) abbilden?
  • Welche innerstaatlichen Faktoren beeinflussen den Grad des gesellschaftlichen Zusammenhalts? Wie kann die Politik zur Schaffung und Festigung gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen?
  • Wie und unter welchen Bedingungen kann die internationale und transnationale Zusammenarbeit die innerstaatlichen Faktoren, die gesellschaftlichen Zusammenhalt bestimmen, beeinflussen?


Vier Hauptthemenbereiche strukturieren das Projekt. Wir untersuchen sie in vier Arbeitspaketen (APs):

  1. Inklusive wirtschaftliche Entwicklung: AP 1 konzentriert sich auf Fragen im Zusammenhang mit wirtschaftlichem Strukturwandel, Urbanisierung und ausländischen Direktinvestitionen, wobei der Schwerpunkt auf der Frage liegt, wie die Möglichkeiten für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung maximiert werden können, die ihrerseits soziale Kohäsion verbessern kann.
  2. Sozialpolitik, Armut und Gesundheit: AP 2 analysiert Armut und Gesundheit in afrikanischen Gesellschaften und die spezifische Rolle, die verschiedene sozial- und gesundheitspolitische Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut als auch zur Verbesserung von Gesundheitsbedingungen spielen können. Dies wiederum kann sowohl die horizontale als auch die vertikale Dimension von gesellschaftlichem Zusammenhalt fördern.
  3. Werte, politische Institutionen und Mobilisierung von Ressourcen: AP 3 konzentriert sich auf die Frage, wie kulturelle Faktoren, wie zum Beispiel Normen und Werteorientierungen, die Schaffung und das Funktionieren politischer Institutionen in afrikanischen Gesellschaften beeinflussen und wie politische Institutionen ihrerseits die Interaktion zwischen den Bürgern sowie ihre Wahrnehmung des Staates beeinflussen.

 

Konflikt und gesellschaftlicher Frieden: AP 4 analysiert, welche politischen Maßnahmen und Institutionen dazu beitragen können, soziale Kohäsion in Post-Konflikt Gesellschaften wiederherzustellen, und wie internationale Unterstützung hierzu beitragen kann. Dieses Arbeitspaket konzentriert sich besonders darauf, welche Rolle Kommunalwahlen für gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen.

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