Förderung der globalen Gesundheit und sozialen Sicherung für ein Leben in Würde

Dieses Forschungs- und politikberatende Projekt liefert strategische Evidenz und Analysen zur Information und Stärkung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in den Bereichen globale Gesundheit und soziale Sicherung. Es identifiziert konkrete politische Handlungsoptionen für das BMZ und seine Partner, um die Wirksamkeit, Kohärenz und Wirkung von Maßnahmen in der globalen Gesundheit und sozialen Sicherung zu verbessern. Durch die Verbindung empirischer Forschung, politischem Dialog und gezielten Beratungsformaten erzeugt das Projekt umsetzungsorientierte Erkenntnisse, um Gesundheit zu stärken, Armut zu reduzieren und Migrationsdruck mindern zu können.

Projektleitung:
Francesco Burchi
Christoph Strupat

Projektteam:
Stefanie Roost
Tekalign Gutu Sakketa
Srinivasa Srigiri
Paula von Haaren

Finanzierung:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Zeitrahmen:
2026 - 2028 / Laufend

Projektbeschreibung

Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen stehen vor einer neuen Ära vielfacher und sich gegenseitig verstärkender Herausforderungen: sich verschärfende Klimarisiken, soziale und politische Konflikte, zunehmende antimikrobielle Resistenzen (AMR), ein schrumpfender fiskalischer Handlungsspielraum sowie eine zunehmend fragmentierte multilaterale Zusammenarbeit. Gleichzeitig sind große Teile der Bevölkerung – insbesondere informell Beschäftigte, Frauen und Kinder – weiterhin unzureichend sozial und gesundheitlich abgesichert. Klimabedingte Schocks wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Dürren erhöhen Morbidität, Mortalität und Kosten; AMR untergräbt die Wirksamkeit von Gesundheitsleistungen; und das Risiko von Rückfällen in Armut, Instabilität und Migrationsdruck ist erhöht.

Vor diesem Hintergrund bilden leistungsfähige Gesundheits- und soziale Sicherungssysteme die Grundlage für die Förderung von Wohlergehen, die Überwindung von Armut und die Bekämpfung weiterer Formen von Benachteiligung. Inklusive Gesundheitssysteme schützen Haushalte vor katastrophalen Gesundheitsausgaben, erhalten die Gesundheit und tragen zu Stabilität sowie wirtschaftlicher Entwicklung bei. Soziale Sicherung bekämpft Armut, ermöglicht den Umgang mit Risiken, stärkt sozialen Zusammenhalt und Vertrauen in Institutionen und hilft, Vertreibung und Konflikte zu verhindern. Um die individuellen und synergetischen Effekte von Politiken in diesen beiden Bereichen zu nutzen, ist es notwendig, über kurzfristige Krisenreaktionen hinauszugehen, die ausschließlich durch internationale Geber finanziert werden und kaum oder keine nationale Eigenverantwortung aufweisen. Der Aufbau resilienter Gesundheits- und sozialer Sicherungssysteme erfordert die Sicherung inländischer Finanzierungs- und Risikopool-Mechanismen, die Stärkung von Governance über Sektoren und Ebenen hinweg sowie die Umsetzung praktikabler, skalierbarer Maßnahmen, die jene wirksam erreichen, die am stärksten gefährdet sind.

Dieses Forschungs- und politikberatende Projekt liefert strategische Evidenz und Analysen zur Information und Stärkung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in diesen Bereichen. Es identifiziert konkrete politische Handlungsoptionen für das BMZ und seine Partner, um die Wirksamkeit, Kohärenz und Wirkung von Interventionen in Gesundheit und sozialer Sicherung zu erhöhen. Durch die Kombination empirischer Forschung, politischem Dialog und gezielten Beratungsformaten erzeugt das Projekt umsetzungsorientierte Erkenntnisse um Resilienz zu stärken, Armut zu reduzieren und Migrationsdruck mindern zu können. Die Mitglieder des Forschungsteams arbeiten in zwei Arbeitspaketen (APs):

Arbeitspaket 1 (Globale Gesundheit) konzentriert sich auf die Hebel, die Gesundheitssysteme resilient machen. Erstens untersucht es Optionen zur Mobilisierung inländischer Einnahmen und zur Risikopoolbildung – etwa Gesundheitssteuern und Krankenversicherungsbeiträge–, um die Abhängigkeit von externen Geldgebern zu verringern. Zweitens analysiert es die Governance- und institutionellen Dimensionen von Klimawandel und Gesundheit und untersucht, wie sektorübergreifende Koordination und politische Kohärenz nationale und subnationale Reaktionen auf klimabedingte Gesundheitsrisiken stärken können. Darauf aufbauend quantifiziert das Arbeitspaket, inwiefern Zugang zu und Qualität der Gesundheitsversorgung als Form der Klimaanpassung wirken können. Dabei wird bewertet, in welchem Ausmaß eine verbesserte Verfügbarkeit, Bezahlbarkeit und Qualität der Gesundheitsversorgung klimabedingte Gesundheitsfolgen – insbesondere für Frauen und Kinder – abmildern. Drittens befasst sich das Arbeitspaket mit AMR aus einer Governance- und Versorgungsperspektive im Apothekenbereich: Es identifiziert wirksame One-Health-Koordinationsmechanismen auf nationaler und subnationaler Ebene und generiert belastbare Evidenz zur verantwortungsvollen Anwendung von Antibiotika in Apotheken, einschließlich der Know–Do-Lücke sowie skalierbarer Trainings- und Anreizkonzepte.

Arbeitspaket 2 (Soziale Sicherung) untersucht, wie die Wirksamkeit sozialer Sicherungssysteme angesichts der aktuellen multiplen Herausforderungen gesteigert werden kann. Erstens analysiert es die bislang wenig erforschte Frage, wie der Zugang zu (und die Qualität von) Sozialschutzsystemen oder spezifischen Instrumenten – wie Geldtransfers, öffentliche Arbeitsprogramme oder Krankenversicherung – die Bereitschaft von Menschen beeinflusst, ins Ausland zu migrieren. Der Fokus liegt dabei auf Ländern mit intensiver internationaler Migration, wie etwa Marokko. Zweitens untersucht das Arbeitspaket die Rolle sozialer Sicherung in der Anpassung an den Klimawandel und wie die konkrete Ausgestaltung dieser Instrumente zur Stärkung der Klimaresilienz beitragen kann. Drittens konzentriert es sich auf ein zentrales Instrument sozialer Sicherung –public work programs– mit dem Ziel, empirische Evidenz zu ihren vielfältigen kurz- und langfristigen Wirkungen sowohl für die direkten Begünstigten als auch für die Gemeinschaften zu generieren, in denen diese Programme umgesetzt werden.

Publikationen

Veranstaltungen

From Climate Negotiations to Resilient Health Systems

Advancing Climate and Health Resilience

(How) does social protection promote climate change mitigation and adaptation?

Innovating One Health Governance for Global and Local Action

Gesundheitsökonomie, Entwicklung und Klimawandel

Pandemic prevention: a planetary health perspective

Putting Policy into Practice

Re-considering international health data sharing rules for a new Pandemic Treaty.